Eigenblut

Blutende Wunden heilen schneller

Schon im antiken Ägypten oder im alten China waren aus dieser Erkenntnis heraus Behandlungen mit Eigenblut bekannt, aber erst im 19.Jahrhundert begannen deutsche Ärzte und Chirurgen die verblüffenden Wirkungen dieses "ganz besond'ren Saftes" (nach Goethes "Faust") genauer zu erforschen. Mittlerweile werden bis zu fünf verschiedene Wirkweisen vermutet, die jedoch noch nicht bis ins Letzte Detail erforscht sind.

In der klassischen Form wird Blut aus einer Vene entnommen und direkt - ohne Zusätze, Bestrahlungen oder Ähnliches - wieder in einen Muskel gespritzt. Diese dient dazu, dem Körper einen unspezifischen Heilreiz zu geben und seine Selbstheilungskräfte zu reaktivieren. Bei Hautausschlägen oder Erkältungen hat sich dieses Verfahren sehr bewährt.

Variationen oder Ergänzungen entstehen, indem dem Blut vor der Rückinjektion Medikamente zugefügt werden oder indem das Blut an Akupunkturpunkte gespritzt wird. In diesen Fällen wird durch das Medikament oder die Auswahl der Punkte der Heilreiz des Blutes zielgerichtet eingesetzt.

Manchmal kommt es einige Tage nach der Injektion zu einer lokalen Reaktion um die Einstichstelle. Diese bedeutet, daß sich der Körper mit den Informationen, die sein eigenes Blut enthält, erneut auseinandersetzt. Es kann kurzfristig zu Fieber, Müdigkeit oder Abgeschlagenheit kommen, wenn der Körper beginnt, in der gewünschten Weise zu reagieren. Dieses als "Erstverschlimmerung" bekannte Phänomen tritt auch bei anderen Therapiearten ein und wird als Beleg für die Wirksamkeit der Therapie angesehen. Nur die Dosierung war in einem solchen Fall zu stark...

Andere Formen der Eigenblutbehandlung sind die UV-E, UV-B und HOT. Bei diesen Verfahren wird das Blut vor der Reinjektion mit UV-Licht bestrahlt (UV-E) oder nach der Bestrahlung mit UV-Licht wieder direkt dem Blutkreislauf zugeführt (UV-B). Auch ist es möglich, das Blut mit medizinischem Sauerstoff anzureichern und dann wieder in den Blutkreislauf zurückzuführen (HOT).

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